Initiatorin der Aktion ist Kim Kramer, Mutter der sieben Monate alten Lilli. „Lilli schlief zu diesem Zeitpunkt nur im Kinderwagen beim Spazierengehen. Also drehte ich eine Runde nach der anderen. Irgendwann kam mir die Idee, dass man aus den vielen Kilometern doch auch einen Spendenlauf machen könnte“, berichtet sie.
Gesagt, getan: Gemeinsam mit Hebamme Heike Kruner rief sie im Januar zum Kilometersammeln auf. Schnell fanden sich 18 engagierte Teilnehmende – mit und ohne Kinderwagen –, die sich der sportlichen Herausforderung stellten. Die Bilanz kann sich sehen lassen: 2.776 Kilometer kamen innerhalb eines Monats zusammen. Das entspricht in etwa der Strecke von Recklinghausen nach Athen. Anders gerechnet liefen die Teilnehmenden 28-mal rund um den Kreis Recklinghausen oder absolvierten 6.900 Runden im Stadion Hohenhorst.
Neben der sportlichen Leistung stand vor allem der gute Zweck im Mittelpunkt. Durch die zurückgelegten Kilometer wurden insgesamt 4.000 Euro Spenden gesammelt. „Es war spannend zu sehen, wer sich angesprochen gefühlt hat und mit welch unterschiedlicher Motivation die Menschen mitgemacht haben“, sagt Heike Kruner.
Die Beweggründe waren vielfältig: Junge Eltern nutzten die Aktion, um notwendige Spaziergänge mit schlafendem Nachwuchs sinnvoll zu verbinden. Großeltern freuten sich über einen Anstoß zu mehr Bewegung. Andere wiederum sahen im kalten und nassen Januar eine zusätzliche Motivation, sportlich aktiv zu bleiben.
Kim Kramer selbst legte gemeinsam mit Baby Lilli beeindruckende 400 Kilometer zurück. „Lillis Angewohnheit, nur im Kinderwagen zu schlafen, war schon eine kraftraubende Herausforderung. Aber am Ende ist eine richtig tolle Aktion daraus entstanden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Inzwischen haben die beiden Organisatorinnen die Spendensumme an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Recklinghausen übergeben – und damit gezeigt, wie aus einer alltäglichen Herausforderung eine starke Gemeinschaftsaktion für den guten Zweck entstehen kann.